Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ Offb. 21,5
– wider die Resignation


➚Verlag am Birnbach – Motiv von Stefanie Bahlinger, Mössingen

Zur Jahreslosung 2026 hat Stefanie Bahlinger eine ansprechende Grafik gestaltet. Die Darstellung ist zweigeteilt. In der rechten Seite erstrahlt in einem warmen Goldgelb ungetrübt das von Gott angekündigte Neue. Die linke Seite wird dominiert vom Alltagsgrau und steht für das Alte. Neu und Alt liegen Wand an Wand zueinander und das goldene Gelb leuchtet über die goldene Linie hinweg in das Grau hinein. Die Botschaft, dass Gott alles neu macht, ist eine Herausforderung. Noch mehr ist es die Tatsache, dass dieses Neue nicht erst entsteht, sondern bereits da ist und in die Gegenwart hineinwirkt. Das Neue, von dem hier die Rede ist, bewirkt eine grundlegende und umfassende Veränderung. Das Alte, so muss man es sich wohl vorstellen, verliert an Bedeutung und Einfluss. Wo immer das Alte fragwürdig und marode geworden ist, wo die alten Überzeugungen nicht mehr tragfähig sind, kann das unerwartet Neue befreiend und heilsam Raum gewinnen. Wo wir uns mit dem Bestehenden abgefunden haben – die Welt ist nun mal so, wie sie ist – lädt die Jahreslosung dazu ein, sich für den Gedanken zu öffen, dass es in der Welt und mit der Welt anders wird. Ein praktisches Beispiel ist der Fall der Mauer 1989. Kaum einer hatte erwartet, dass die deutsche Teilung von einem Tag auf den anderen ein Ende finden könnte. Können wir uns eine solche Veränderung auch für die aktuellen Verhältnisse vorstellen? Dann würden die Dinge, die wir heute als problematisch erleben, von ganz anderen Strukturen und Machtverhältnissen abgelöst werden. Was, wenn dies nicht nur eine Utopie, ein Ausdruck der Sehnsucht nach einer friedlichen und gerechteren Welt wäre? Wenn wir die Zusage der Jahreslosung gelten lassen und für uns in Anspruch nehmen, dann dürfen wir uns als Glaubende nicht mit dem Bestehenden abfinden. In der Grafik von Stephanie Balinger sind beide Seiten miteinander durch den Regenbogen verbunden. Der Regenbogen ist seit der Sintflutgeschichte das Zeichen der Treue Gottes, der zu seiner Welt steht. So sollen wir zuversichtlich und erwartungsvoll in die Zukunft gehen.

Reinhard Wick